Einleitung
Dieser Rechner führt den Nachweis der Druckbeanspruchung rechtwinklig zur Faser im Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT) nach Eurocode 5 durch.
Der Nachweis wird für die Auflagerpressung eines rechteckigen Holzquerschnitts geführt. Aus der Auflagerkraft, der Auflagerlänge, der Querschnittsbreite sowie der Auflagersituation wird die wirksame Auflagerfläche bestimmt und die vorhandene Druckspannung rechtwinklig zur Faser ermittelt.
Dabei wird berücksichtigt, dass sich die Holzfasern im Bereich des Auflagers unter der einwirkenden Kraft lokal zusammendrücken. Durch diese Stauchung kann die wirksame Auflagerlänge über die tatsächliche Auflagerlänge hinaus angesetzt werden. Der Nachweis berücksichtigt hierzu die wirksame Auflagerlänge sowie den Beiwert kc,90.
Der Rechner kann sowohl für ein Endauflager mit einseitigem Überstand als auch für ein Zwischenauflager mit beidseitigem Überstand verwendet werden. Die wirksame Auflagerlänge wird dabei automatisch aus der Auflagerlänge und den zulässigen Überständen ermittelt.

Rechner Auflagerdruck rechtwinklig zur Faser
Ergebnisse
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Nutzung der Ergebnisse erfolgt auf eigene Verantwortung. Eine Haftung für Schäden wird nicht übernommen.
Hinweis: Der Rechner führt den Querschnittsnachweis für Druck rechtwinklig zur Faser im Bereich von Auflagern durch. Weitere Nachweise, insbesondere für Biegung, Schub, Stabilität und Verbindungen, werden separat behandelt.
Formeln – Auflagerdruck rechtwinklig zur Faser
Grundlagen und Berechnung des Auflagerdrucknachweises
Wirksame Überstände
Zur Ermittlung der wirksamen Auflagerlänge werden die Überstände neben dem tatsächlichen Auflager berücksichtigt. Jeder Überstand wird auf 30 mm, die Auflagerlänge und die Hälfte des Abstands zum nächsten Auflager begrenzt:
Beim Endauflager wird nur ein Überstand berücksichtigt:
Beim Zwischenauflager werden beide Überstände berücksichtigt:
ü1, ü2 –
wirksame Überstände [mm]
lA – tatsächliche
Auflagerlänge [mm]
l1 – Abstand zwischen den
Auflagern [mm]
Wirksame Auflagerlänge
Die wirksame Auflagerlänge ergibt sich aus der tatsächlichen Auflagerlänge und den berücksichtigten Überständen.
Für ein Endauflager gilt:
Für ein Zwischenauflager gilt:
lef – wirksame
Auflagerlänge [mm]
lA – tatsächliche
Auflagerlänge [mm]
ü1, ü2 –
wirksame Überstände [mm]
Wirksame Auflagerfläche
Aus der wirksamen Auflagerlänge und der Bauteilbreite wird die für den Nachweis angesetzte Auflagerfläche bestimmt:
Aef – wirksame
Auflagerfläche [mm²]
b – Bauteilbreite [mm]
lef – wirksame
Auflagerlänge [mm]
Charakteristische Druckfestigkeit rechtwinklig zur Faser
Die charakteristische Druckfestigkeit rechtwinklig zur Faser wird aus der gewählten Holzfestigkeitsklasse übernommen:
Der Wert wird direkt aus der hinterlegten Werkstoffdatenbank übernommen. Die Kennwerte sind auf der Seite Werkstoff Holz hinterlegt.
fc,90,k – charakteristische Druckfestigkeit rechtwinklig zur Faser [N/mm²]
Modifikationsbeiwert kmod
Der Modifikationsbeiwert berücksichtigt die Nutzungsklasse und die Lasteinwirkungsdauer. Der Wert wird entsprechend der gewählten Nutzungsklasse und KLED aus den hinterlegten Tabellen übernommen.
kmod – Modifikationsbeiwert
Die Werte für kmod sind auf der Seite Werkstoff Holz beschrieben.
Bemessungswert der Druckfestigkeit
Der Bemessungswert der Druckfestigkeit rechtwinklig zur Faser wird aus der charakteristischen Festigkeit, dem Modifikationsbeiwert und dem Teilsicherheitsbeiwert ermittelt:
fc,90,d –
Bemessungswert der Druckfestigkeit rechtwinklig zur
Faser [N/mm²]
fc,90,k –
charakteristische Druckfestigkeit rechtwinklig zur
Faser [N/mm²]
kmod –
Modifikationsbeiwert
γM –
Teilsicherheitsbeiwert
Beiwert kc,90
Der Beiwert kc,90 berücksichtigt die Auflagersituation und wird in Abhängigkeit von der Holzart sowie vom Verhältnis zwischen dem Abstand der Auflager und der Querschnittshöhe bestimmt.
Für l1 < 2 · h gilt:
Für l1 ≥ 2 · h gelten folgende Werte:
Die Werte werden entsprechend Tabelle 9.24 angesetzt.
kc,90 –
Beiwert zur Berücksichtigung der Auflagersituation
l1 –
Abstand zwischen den Auflagern [mm]
h – Querschnittshöhe [mm]
LH – Laubholz
NH – Nadelholz
BSH – Brettschichtholz
Druckspannung rechtwinklig zur Faser
Die vorhandene Druckspannung rechtwinklig zur Faser ergibt sich aus der Auflagerkraft und der wirksamen Auflagerfläche:
σc,90,d –
vorhandene Druckspannung rechtwinklig zur Faser [N/mm²]
N90,d –
Bemessungswert der Auflagerkraft [N]
Aef –
wirksame Auflagerfläche [mm²]
Nachweis der Auflagerpressung
Der Nachweis der Druckbeanspruchung rechtwinklig zur Faser ist erfüllt, wenn die vorhandene Druckspannung den mit kc,90 erhöhten Bemessungswert der Druckfestigkeit nicht überschreitet:
Für die Ausnutzung wird das Verhältnis der vorhandenen Druckspannung zum zulässigen Bemessungswert gebildet:
η – Ausnutzung des Nachweises
N90,d –
Bemessungswert der Auflagerkraft [N]
Aef –
wirksame Auflagerfläche [mm²]
kc,90 –
Beiwert zur Berücksichtigung der Auflagersituation
fc,90,d –
Bemessungswert der Druckfestigkeit rechtwinklig zur
Faser [N/mm²]
